Kurzgeschichte:

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  • "Tanz Der Teufel"

    "Sie trug ein verflucht kurzes, schwarzes Kleid mit schmalen Trägern und einem schlichten, aber wirkungsvollen Dekolleté und sie tanzte sozusagen wie der Teufel. Er stand vielleicht gerade einmal einen Meter hinter ihr und betrachtete interessiert ihren weißen, wohlgeformten Rücken. Er war seltsam fasziniert. Während er regungslos dastand und ihr bewundernd zusah, ging ihm manche ungeklärte Frage durch den Kopf. Beispielsweise die, ob ihr Gesicht wohl das halten könne, was ihr geradezu makelloser Körper versprach. Würde es sich etwa lohnen, sie anzulächeln, wenn sie sich denn umdrehen sollte, auf daß auch sie ihm dann in zauberhafter und entwaffnender Weise unmißverständlich zu verstehen gäbe, daß das Interesse nicht nur einseitig wäre? Aber wer weiß? Bisher hatte er ja nicht einmal in ihr Gesicht blicken können. Vielleicht war sie am Ende häßlich wie die Nacht, vielleicht hatte sie einen Blick, der jegliche Tiefe der Empfindungen von vornherein ausschloß. Vielleicht jedoch - und bei diesem Gedanken wurde er augenblicklich um sieben Zentimeter größer - war sie diejenige, die er sogleich als seine Märchenprinzessin erkennen würde.
    Als sich der mühsam stampfende Rhythmus dem hinausgezögerten, aber unvermeidlichen Ende näherte, kam sein Freund auf ihn zu und zerschnitt unsanft den seidenen Faden seiner Träumerei, so daß er in einem Moment der Verwirrung kurz vom Rücken der Angebeteten abgelenkt wurde. Wahrscheinlich war es nur ein infinitisimaler Augenblick der Unaufmerksamkeit, der jedoch völlig ausreichte, um sie Hokuspokus verschwinden zu lassen. Mit einem Grinsen wandte er sich an den Freund:
    Die hätte mir schon gefallen.
    Das ist doch die von vorhin. Die mit der Lederjacke, meinte der Freund.
    Er war überrascht. Sicher, er hatte sich bereits des öfteren als ein wenig dämlich erwiesen. Das war nichts Besonderes. Ansonsten hätte er sich nämlich gefragt, wieso ihm das eigentlich nicht selbst aufgefallen war. Sein Freund unterrichtete ihn schadenfroh darüber, daß sie wahrscheinlich nicht alleine gekommen war, jetzt jedenfalls mit einem Typen an der Bar hinter ihnen quatschte.
    Typisch für die Sorte!, sagte der Freund.
    Ohne gefühlsmäßig allzusehr davon überzeugt zu sein, stimmte er zu. Ein solcher Rücken, der derart kann entzücken. Der konnte gar keinem billigen Flittchen gehören. Vor allem deshalb nicht, weil er sich nun sicher sein konnte, daß sie ihm nicht mißfiel. Er mußte ihr Gesicht ja schließlich eben gesehen haben. Wenn er sich doch bloß daran erinnern könnte!
    Unterdessen strömte die Musik fröhlich weiter in den Raum. Ohne Unterbrechung wurde weitergetanzt, wurde weiterhin allenthalben auf sich aufmerksam gemacht, indem man sein williges Fleisch wirkungsvoll und in bestmöglicher Weise zur Schau stellte. Man war hier, um auszusuchen und angeguckt zu werden. Ob im Rhythmus der Musik oder der eigenen Herzfrequenz war dabei vollkommen unwesentlich. Die Stimmen und Klangfarben wechselten, während der ewig pumpende Rhythmus letztlich der gleiche blieb. Die einen tanzten ständig, die anderen gelegentlich. Er, der er seinen Blick einen Augenblick lang nach innen gerichtet hielt, um in seinem Gedächtnis nach der unbekannten Schönen im schwarzen Trägerkleid zu kramen, tat es eher gelegentlich. So groß war die Liebe zum Gleichtakt schließlich nicht. Doch in diesem Augenblick sah er sie plötzlich wieder vor sich.
    Sie bewegte sich dicht vor seinen Augen und tat exakt dasselbe, was sie schon vor einer halben Stunde auf der Tanzfläche getan hatte: Sie zelebrierte ihren eigenen, unnachahmlichen Hexentanz, der hauptsächlich darin bestand, daß sie mit beiden Händen gleichzeitig dicht an ihrem eigenen Kleid vorbeifuhr und dabei einen imaginären Körper formte, der noch perfekter zu sein schien als ihr eigener es war. Es bereitete ihm viel Vergnügen, ihr dabei zuzusehen. Zwar konnte hier von Tanz im eigentlichen Sinne in keinster Weise die Rede sein, doch hatten ihre eigenartigen Bewegungen doch zweifellos eine hinreißend erotische Wirkung auf ihn. Es schien ihm beinahe wie der zarte Hauch eines Berühr-mich!, Fühl-mich!, hatte aber durchaus auch etwas majestätisch graziöses in der Art des Leck-mich! Jedenfalls hätte er ihr stundenlang zusehen mögen.
    Als der Tanz vorüber war, meldeten sich nostalgische Wohlklänge aus vergangenen Zeiten bei ihm zurück, die ihn an verloren geglaubte Tage erinnerten. Mit Begeisterung und einem kühnen Satz sprang er sofort in die Mitte der Bühne, die jetzt den Umständen entsprechend bedeutend leerer war als noch vor einer einzigen Minute. Doch wie es der Zufall will: Unerwarteterweise gehörte seine Angebetete nicht zu denen, die in wilder Panik ihr Heil in eiliger Flucht gesucht hatten. Endlich gelang es ihm, einen Blick auf ihr Antlitz zu erhaschen.
    Natürlich hatte er sie sich völlig anders vorgestellt: In ihrem von halblangen, dunklen Haaren umrahmten Gesicht lagen braune Augen und es leuchtete ein kräftig rot angemalter Mund. Ihre Züge sahen vergleichsweise hart aus, entbehrten jedoch nicht einer gewissen Grazie. Kurz und gut: Genau der Typ Frau, den er zwar stundenlang betrachten mochte, mit dem er aber ganz sicher niemals wirklich würde warm werden können. Ob es daran lag, daß er sich nicht ihrer Kaste zugehörig fühlte, sei dahingestellt.
    Glücklicherweise dauerte der Moment der Enttäuschung, den ihm der Vergleich eines Fabelwesens mit einer realen, jungen Frau zwangsläufig bescherte, nicht allzu lange an. Zwar las er eine nicht unerhebliche Arroganz in ihren Augen, doch juckte es ihm äußerst heftig in den Fingern, so bald als möglich ihre Bekanntschaft zu machen. Deshalb beschloß er, sie von nun an möglichst fortwährend anzusehen und dabei den Anflug eines Mona-Lisa-Lächelns aufzusetzen. Vielleicht nicht die beste Methode, doch er wollte eben sehen, wohin ihn dieser Weg führte.
    Natürlich geschah zunächst einmal gar nichts. Sie nahm ihn nicht einmal zur Kenntnis, geschweige denn, daß sie ihn überhaupt angesehen hätte. Aber nach einer Weile hatte er so lange zu ihr herübergestarrt, daß sie es einfach bemerkt haben mußte. Doch egal! Nur nicht den Mut verlieren!, sagte er zu sich selbst. Nebenbei: wo war eigentlich sein Freund geblieben? Suchend blickte er sich um. Offensichtlich verschwunden! Nun, auch das war im Augenblick nicht so wichtig.
    Das Spiel, das er spielte, gelang ihm ganz gut. Sie war eine von der obercoolen Sorte, deshalb überraschte es ihn nicht im geringsten, daß sie ihn allerhöchstens hin und wieder mit einem herablassenden, kühlen Blick streifte. Doch wenn man einen Mustang zu zähmen hat, muß man es eben zwischendurch auch mit Milde versuchen. Deshalb fuhr er ungeniert fort, sie immer wieder anzusehen, und gab selbst dann nicht auf, wenn sie schnell wieder zur Seite blickte. Ob aus Unsicherheit oder Desinteresse galt es noch herauszufinden.
    Es war ihm keineswegs entgangen, daß sie offenbar mit einer Clique einiger extrem schöner Jünglinge in Kontakt stand. Er hielt es durchaus nicht für ausgeschlossen, daß sie die Gangsterbraut eines dieser Primaten sein konnte, und hätte im Zweifelsfall auch nicht viel dagegen gehabt, es mit diesen zur offenen Auseinandersetzung kommen zu lassen, denn gegen eine bestimmte Sorte von Affengesichtern war er seit einiger Zeit äußerst allergisch. Doch so weit kam es nicht.
    Immerhin stellte sich nach einer Weile langsam ein erster Erfolg ein, denn sie schaute jetzt gelegentlich auch zu ihm herüber, und jedesmal dann, wenn er tanzen ging, dauerte es gar nicht lange, bis seine unmittelbare Umgebung durch ihre Anwesenheit geadelt wurde. Immer wieder, immer öfter. Er war nahe daran, das Wort „Zufall" aus seinem Wortschatz zu streichen. Komische Heilige!, dachte er. Wenn sie etwas von mir wollte, sollte sie eigentlich freundlicher aussehen. Aber wenn sie andererseits kein Interesse hätte, würde sie doch wohl kaum immer wieder zu mir herübersehen...
    Er stand am Rand des Geschehens und stellte interessiert fest, daß sie augenscheinlich für Musik der etwas härteren Gangart geschnitzt zu sein schien. Phongewitter, die ihm bei weitem zu kräftig aufs Trommelfell drückten, inspirierten sie ein ums andere Mal zu ihrem eigenwilligen Körperausdrucksritual. Sie erschien ihm beinahe wie in Trance, fernab von dieser Welt. Möglicherweise taten hier gewisse Pillen das Übrige.
    Plötzlich erklang das unverwechselbare Intro eines seiner ältesten Favoriten. Ohne auch nur die geringste Zeit zu verlieren, stürzte er sich kopfüber in das Gewühl aus Körpern und Körperteilen, wobei er gleichzeitig mit einem dezenten Seitenblick feststellte, daß sie auf der Bühne blieb. Es schien beinahe so, als warte sie auf ihn.
    Er kannte den Song sowohl in als auch auswendig und hatte jeden Break und jede interessante Stelle dermaßen verinnerlicht, daß er sich praktisch von den Klangwellen treiben lassen konnte und ganz automatisch tanzte. Gut, um sich darauf zu konzentrieren, wie sie wohl reagiert, ob sie guckt, ob sie will. Er dreht sich, windet sich im hypnotisch hämmernden Takt der Musik. Seine Lippen formen instinktiv den aggressiv gestotterten Text, während seine Pupillen starr auf das Subjekt seiner Begierde gerichtet sind. Er achtet auf jede einzelne ihrer Bewegungen. Da! Sie formt einen Körper, der vor appetitlichen Rundungen nur so strotzt! Ganz sicher das deutliche Zeichen für ein Nimm-mich! Die Faszination, die von dieser schlampigen Göttin ausgeht, kennt keine Grenzen.
    Der Song nähert sich dem chaotischen Ende. Bange Sekunden der Unsicherheit schleichen sich ein. Was wird wohl als nächstes gespielt werden? Beten, hoffen, warten. Und dann: Volltreffer! Nahtlos wird in einen weiteren Höhepunkt musikalischer Schaffenskunst übergeleitet.
    Zunächst bedauert er, daß ihm der Text nicht viel sagt, doch dann beginnt sie plötzlich ganz dicht vor ihm zu tanzen, berührt beinahe seine Brust mit ihrem Rücken, so daß er fühlen kann, wie sein gesamtes verfügbares Blut im männlichsten seiner Körperteile konzentriert wird.
    Diese verflucht festen Brüste berühren!, schreit es ihn an.
    Mit der Hand durch ihre gespreizten Beine greifen und ihr fest in die Arschbacken kneifen!
    Dabei die Hitze ihrer Katzenhaare auf dem Arm spüren!
    Ihr das Kleid in Streifen herunterreißen und sie mitsamt ihrer Stiefel aufs Bett werfen, um wie ein wildes Tier über sie herzufallen!
    Und gleichzeitig noch ihren wunderbaren Rücken streicheln!
    Bei diesen Gedanken schoß das Feuer rot und heftig durch seine gesamten vor Erregung gespannten Adern, und ließ ihn innerlich überkochen. Ganz deutlich spürte er das Raubtier in sich, das sich mit wütender Kraft von den Fesseln des Geistes befreite und das eng begrenzte Sophistodenken der meisten seiner Artgenossen weit hinter sich ließ.
    Diese Frau, so dachte er, dürfte alles mit mir machen, was sie nur wollte!
    Während sein Körper Achterbahn fuhr, stellte er erstaunt fest, daß er sie bei annähernd jeder zweiten Bewegung seiner Arme berührte. Zwar vermied er es angestrengt, sie allzu offensichtlich bei jedem Taktschlag zu erwischen, konnte es aber andererseits auch nicht lassen, hin und wieder seine Hände gegen ihr einladendes Hinterteil zu schlendern oder gelegentlich ihren Arm zu treffen. Können Frauen eigentlich wegen sexueller Nötigung zur Rechenschaft gezogen werden?, fragte er sich, während ein pulsierender Zündsatz seine enge Hose zu sprengen drohte. Im Refrain, da wo der Sänger sein flehendes „Don´t go" ins Mikro haucht, sang er laut mit - hoffend, sie werde seine Botschaft schließlich verstehen und ihn erhören. Wer weiß, vielleicht ist sie ja ebenso scharf wie ich, dachte er und wunderte sich, daß sie trotz der ständigen Berührungen nicht auswich. Er beschloß feierlich für sich selbst, daß sie es wohl mögen müsse.
    Andererseits war er sich durchaus bewußt, daß er sich schon wenigstens einhundertsechzigmal ebenso sicher gewesen war, und dabei in den meisten aller Fälle ganz locker die Arschkarte gezogen hatte. Also keine Entblößungen, keine peinlichen Offenbarungen! Ach, ich wünschte, dieser himmlische Refrain ginge niemals vorüber!
    Nachdem dieser jedoch den Gang alles irdischen gegangen war, ertönte wieder ein Dauerkaugummi der langweiligen Sorte über die Lautsprecher, so daß er ihr enttäuscht von der Tanzfläche an den schmalen Rand folgte. Dorthin, wo die Gläser und Flaschen standen und wo gelangweilte Gesichter trüb in die laue Großstadtnacht glotzten. Er baute sich Klötzchen für Klötzchen vor ihr auf und sah ihr erwartungsvoll ins Gesicht. Sie hingegen streifte ihn mit einem kurzen, überlegenen Blick. Eisschrankkühl und vollkommen kontrolliert. Er bedeutete ihr mit einer Handbewegung, Platz zu machen, stellte sich neben sie und lehnte sich dabei gegen das schmale Holzregal. Sie blickte unbeirrt an ihm vorbei auf die Tanzfläche. Man wurde den Eindruck nicht los, daß sie sich über ihn amüsierte. Aber ob der Schüchternheit, die ihn überfiel, oder seiner Impertinenz, blieb durchaus unklar. Er konnte sich weder für das eine noch für das andere entscheiden. Nach dem Tanz von vorhin zu schließen hätte sie ein deutliches Interesse haben müssen, doch die Temperatur ihres Blickes sprach eine gänzlich andere Sprache.
    Plötzlich zauberte sie eine verknitterte Packung Tabak hervor und begann sich gelangweilt eine zu drehen. Genau in diesem Moment schaute sein Freund vorbei.
    Na, wie läuft´s?, fragte dieser.
    Mäßig!, antwortete jener.
    Jaja, mit den Frauen ist es schon ein Kreuz, kommentierte der welterfahrene Freund, der in den vergangenen Monaten diesbezüglich auch nicht gerade Glückes Kind gewesen war.
    Ich sag Dir: Laß die Finger von der!
    Du hast ja recht, erwiderte er, aber die Sache reizt mich nun mal. Wahrscheinlich ist es meine masochistische Ader.
    Der Freund ging wieder tanzen. Immerhin! Jetzt hatte er eine Entscheidung getroffen.
    Sie stand dicht neben ihm und paffte ihre Zigarette. Er wurde das Gefühl nicht los, daß sie auf etwas wartete. Vielleicht war er ein Idiot, vielleicht war dies aber auch seine große Chance. Ein Mann war schließlich immer auf die Gunst des angepeilten Objektes angewiesen. Daumen hoch, Daumen runter. Man mußte wagen, um zu gewinnen. Mutter Natur wollte es so. Und er wußte, was er zu tun hatte. Hinterher hätte er sich bloß in den Arsch gebissen, wenn er die Gelegenheit ungenutzt hätte verstreichen lassen.
    Also sprach er sie ein wenig verlegen an, indem er bat, ob sie ihn eventuell auch eine Zigarette drehen lasse. Wortlos hielt sie ihm die Packung hin. Prima! Er nahm sie und wußte schon im selben Moment, daß er es nur unter äußersten Schwierigkeiten zustande bringen würde, jetzt die Fassade zu wahren. Etwas umständlich packte er das Feuerzeug aus, legte es beiseite, versuchte den Klebestreifen des Blättchens zu finden und nahm dann etwas Tabak heraus. Während er sich mit aller Energie auf seine schwierige Prüfung konzentrierte, sah er sie im Augenwinkel auf die Tanzfläche entschwinden. Jetzt war ihm alles recht. Verzweifelt versuchte er, die Zigarette in der Hand zu rollen, was ihm schließlich sogar einigermaßen gut gelang, aber dann, als er leckte, bemerkte er, daß er die falsche Seite des Blättchens erwischt hatte. Er leckte die andere Seite, hoffte, als er ohne hinzusehen die Papierenden ungeschickt aneinanderpreßte, daß nun alles seine Richtigkeit habe. Einmal im Leben mußte man doch schließlich auch Glück haben.
    Währenddessen war sein Freund wieder neben ihn getreten und faselte irgend etwas Belangloses. Hoffnungsfroh zündete er die Zigarette an, nahm einen Zug und mußte dann feststellen, daß das Ergebnis seiner Mühen weder brannte noch überhaupt zusammenhielt. Das einzige, was er angezündet hatte, war ein jämmerliches Büschel Tabak, das in diesem Augenblick dezent zu Boden fiel. Sein erstaunter Freund erkundigte sich offenen Mundes bei ihm, was er denn da treibe. Er antwortete nicht, konzentrierte sich darauf zu retten, was noch zu retten war, wobei er ernüchtert feststellen mußte, daß das strapazierte Blättchen inzwischen völlig unbrauchbar geworden war. Entschlossen riß er Papier und Tabak mitten entzwei und warf die Überreste unauffällig hinter sich, während der Freund einen leicht überdimensionierten Lachanfall bekam. Aber die Situation war andererseits schon wieder dermaßen blödsinnig, daß es ihm gelang, die Kontrolle zu behalten. Zumal er ohnehin beruhigt davon ausgehen konnte, daß die Frau im Trägerkleid seinen Auftritt nicht einmal mitbekommen hatte.
    Zwei Minuten später erschien sie wieder auf der Bildfläche. Während sie nach ihrer Packung griff, die irgendwo zwischen den Trümmern eines Bierglases lag, beugte er sich vor und schrie ihr ins Ohr: Wenn Du alleine wärst, und wenn Du mich nicht so unfreundlich ansehen würdest, würde ich Dich vielleicht fragen, ob Du Lust hättest, mit mir noch irgendwohin zu gehen!
    Sie sah ihn geringschätzig von der Seite an und sagte mit einer unüberhörbaren Befriedigung in der Stimme einfach: Nein!


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